Schmerzensgeld Tätowierung Ein Mann hatte sich  ein Tribal auf die Brust tätowieren lassen. Später stellte er fest, dass es asymmetrisch und unter Missachtung der Kunst in die Brusthöfe hinein tätowiert worden war. Der Mann verlangte daraufhin vom Tätowierer 7000 Euro für eine großflächige Übertätowierung und 7500 Euro Schmerzensgeld. Dieser weigerte sich zu zahlen. Die erste Instanz stellte  unter Berücksichtigung eines Gutachtens fest, dass die Tätowierung tatsächlich mangelhaft war und sprach dem Mann 3500 Euro Schmerzensgeld zu. Das gilt auch, wenn der Tätowierer die Haftung ausschließt.   Liegt ein Mann nachts mit 3,47 Promille Alkohol im Blut und dunkler Kleidung auf der Straße und wird er von einem Pkw überrollt, der 24 km/h zu schnell fuhr (hier: auf einer Straße, auf der 50 km/h erlaubt waren) so kann die Witwe des Fußgängers lediglich 50 Prozent Schadenersatz von der Kfz-Haftpflichtversicherung des Autofahrers verlangen. Der Alkoholpegel des Mannes war für den Unfall nicht unerheblich. (Oberlandesgericht Oldenburg, 15 U 5/04)   Dreijähriges Kind   Schmerzensgeld für dreijähriges Kind. Eine durch einen Verkehrsunfall bei einem dreijährigen Kind verursachte Oberschenkelfraktur; Prellung der linken Schulter und des anderen Oberschenkels; große Skalpierungsverletzung und großflächige Hautabschürfungen mit vierwöchiger stationärer Behandlung mit dauerhaftem Liegen im Streckverband mit nach oben gerichteten Beinen und Verbleiben einer gut 23 cm langen Narbe rechtfertigt einen Schmerzensgeldanspruch von 20.000 Euro. OLG Celle vom 05.02.2004 14 U 163/03 Nach Operationen Hässliche Narbe Eine 20jährige wurde wegen einer Entzündung am Blinddarm operiert. Zurück blieb eine auffällige, schiefe und wulstartige Narbe. Nachträglich erfuhr die Frau, dass ihr das mit einer anderen Operations-Variante erspart geblieben wäre. Vom Amtsgericht Geilenkirchen bekam die verunstaltete Frau 1500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. (Az: 2 C 136/98)     HIV-Infektion bei Dritten Ein Krankenhausträger muss Schmerzensgeld auch an eine dritte Person leisten, wenn sich diese durch den Kontakt mit einem HIV- Patienten, der in dem Krankenhaus aufgrund einer Bluttransfusion infiziert wurde, ansteckt. Ein Patient infizierte sich in einem Krankenhaus, in dem er behandelt wurde, durch eine Bluttransfusion mit dem HIV-Virus. Seine Frau wurde wenig später dadurch auch mit dem HIV-Virus infiziert. Sie forderte von dem Krankenhaus Schmerzensgeld. Da das Krankenhaus nicht den Nachweis darüber erbringen konnte, dass sich die Frau nicht bei ihrem Mann infiziert hatte, wurde der Frau eine Schmerzensgeldzahlung i .H. v. 125 000 Euro zugesprochen. 9 O 671/03 AG Neubrandenburg 18 C 160/00     Verweigert die eintrittspflichtige Haftpflichtversicherung des Schädigers ohne nachvollziehbaren Grund über vier Jahre hinweg jegliche Zahlung des Schmerzensgeldes, rechtfertigt dies einen "Strafzuschlag" von 15.000 Euro. Urteil des OLG Köln vom 16.11.2000 Soldat hat keine zivilrechtlichen Ansprüche gegen einen Militärarzt Ein Soldat hat keinen zivilrechtlichen Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld, wenn er von einem Militärarzt falsch behandelt wurde. Er hat lediglich die Ansprüche, die ihm das Soldatenversorgungsgesetz zuspricht. Ein Soldat hatte sich in seiner Freizeit verletzt. Nach einer Erstversorgung in einem zivilen Krankenhaus hatte er sich in das Bundeswehrzentralkrankenhaus begeben. Dort hatte er sich medizinisch falsch behandelt gefühlt und Klage auf Schadenersatz erhob. Die Richter des OLG in Koblenz befanden: Augrund der einschlägigen Vorschriften im Soldatengesetz könne sich der Kläger nicht wie ein Zivilist auf Schadenersatzregelungen des BGB stützen. Eine Ausnahme gelte nur bei vorsätzlichen Schädigungen. Diese war vorliegend jedoch nicht gegeben. LG Münster ---8 S 210/02               Beckenfraktur, Unter- und Oberschenkel und rechter Unterarm mit 6-monatiger stationärer Behandlung sowie 5-monatiger teilstationärer Nachbehandlung mit bleibender Beeinträchtigung durch Funktionseinschränkung des Arms und beider Beine, Minderung der Erwerbsfähigkeit 70 %: 51.129 EUR/ (OLG Köln, 11.07.2001 - 11 U 177/00, VersR 2002, 1039).     Schmerzensgeld für Narbe im Gesicht Wer einer 32jährigen Frau fahrlässig eine große Risswunde im Gesicht beibringt, muss ihr 7500 Euro Schmerzensgeld zahlen, wenn eine Narbe bleibt. Das OLG Düsseldorf berücksichtigte bei dieser Entscheidung die psychischen Belastungen, denen die Frau durch Entstellung ausgesetzt ist.OLG Köln 1997-04-07 16 U 28/96   Fahrlehrer haftet für Unfallschäden mit Ein Fahrlehrer, der seine Schüler überfordert, haftet für entstandene Unfallschäden mit. Eine 26-jährige Frau, die in einer Fahrschule einen Motorradführerschein machen wollte, war bei der Übung von Notbremsungen gestürzt und hatte sich eine schwere Knieverletzung zugezogen. Von ihrem Fahrlehrer verlangte sie daraufhin Schadensersatz und Schmerzensgeld und erzielte einen Teilerfolg. Da sie sich erst in ihren 6. Übungsstunde befand, hatte der Mann die Schülerin stark überfordert und muss daher für die entstandenen Unfallschäden haften. Jedoch ist der Klägerin ein erhebliches Mitverschulden anzurechnen, da sie die Gefährlichkeit der Übung aufgrund ihrer geringen Fahrkenntnisse hätte erkennen können und als erwachsene Frau gehalten gewesen wäre, die Ausführung zu verweigern. OLG Hamm 2005-04-05 9 U 41/03 Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen von Gewaltverbrechen Wer einen Angehörigen verliert, weil dieser Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist, dem stehen unter bestimmten Voraussetzungen Schmerzensgeldansprüche aus enterbtem Recht zu. Ein 28-jähriger war von mehreren Männern mit Baseballschlägern verprügelt worden. 36 Stunden später unterlag er einer aus den schweren Verletzungen resultierenden Gehirnblutung. Die Mutter des Verstorbenen machte daraufhin Schmerzensgeldansprüche gegenüber den Beklagen für sich und den Vater geltend. Die Richter des OLG Naumburg bestätigten einen solchen Anspruch aus enterbtem Recht, da auch tödlich Verletzten ein Schmerzensgeld zusteht, sofern sie vor ihrem Tod gelitten haben. Im vorliegenden Fall war der Geschädigte noch ca. eineinhalb Tage ansprechbar gewesen und hatte schwerste körperliche Qualen durchlebt. Verneint wurde jedoch die Auffassung der Frau, dass ihr selbst aufgrund ihres eigenen seelischen Leidens durch den Verlust ihres Sohnes ein persönliches Recht auf Schmerzensgeld zustehe. LAG Mainz 2005-03-18 9 Sa 597/04   10 000 Euro erhielt eine jugoslawische Patientin, bei der ohne wirksam erklärte Einwilligung eine Sterilisations-Operation durchgeführt wurde. Der Arzt hätte eine sprachkundige Person hinzuziehen müssen, um Missverständnisse bei der ärztlichen Erläuterung zu vermeiden (Entscheidung des OLG Düsseldorf). Eine Harninkontinenz war die Folge eines wegen mangelnder Aufklärung rechtswidrigen operativen Eingriffs bei einem 65-jährigen Patienten. Schmerzensgeld: 15 000 Euro (Entscheidung des OLG Köln).   3.000 Euro Verletzung: Biss in die Hand durch möglicherweise HIV-Infizierten Verletzter wurde anlässlich einer angeordneten Blutentnahme gebissen. Im Vordergrund steht der Ausgleich für die mit der Gefahr der Ansteckung verbundenen psychischen Belastungen.LG Saarbrücken          - 8500 € für eine misslungene Schönheits-Operation im Bauch-Bereich (Fettabsaugen) bei mangelhafter Aufklärung   über die Risiken, Urteil des LG München I vom 06.03.2002, Az: 9 O 16100/94 Unbeleuchtete Treppe Der Besucher einer Gaststätte stürzte beim Verlassen des Gebäudes eine unbeleuchtete Kellertreppe hinab. Das Oberlandesgericht Koblenz sprach ihm 5000 Euro Schmerzensgeld zu. (Az 12 U 1491/03 Anspruch Schmerzensgeld Schmerzensgeld, Schmerzensgeldkatalog  2012 gab es Neuregelungen  zum Schmerzensgeld Inhalt des Ratgebers anzeigen! mehr Info mehr zum Anspruch Schmerzensgeld Schmerzensgeld nach Bundesland! Schmerzensgeldtabelle