Schmerzensgeld HWS Schleudertrauma
Schmerzensgeld ber Verletzung der Halswirbel und bei Schleudertrauma
Auch wenn eine Verletzung der Halswirbel diagnostiziert wurde, wenden viele
Versicherungen ein, dass der Aufprall mangels physikalischer Wucht nicht in der
Lage gewesen wäre, die Verletzung zu verursachen. Der Bundesgerichtshof hat
schon oft betont, dass für die Frage, ob ein Unfall eine HWS- Verletzung verursacht
hat, immer die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen seien.
Die Haftpflichtversicherer versuchen gerade bei Verletzungen im HWS- Bereich, die
betroffenen Unfallopfer möglichst billig abzuspeisen und bedienen sich hierbei aller
möglichen rechtlichen Tricks. Gerade bei HWS- Verletzungen wird von Seiten der
Versicherungen häufig eingewandt, dass keine erheblichen Schmerzen bestünden
oder die Verletzung gar nicht erst auf den Verkehrsunfall zurückzuführen seien.
Halswirbel/ Schleudertrauma
Bei einem HWS- Schleudertrauma handelt es sich meistens um eine Zerrung oder
Verstauchung der Wirbelsäule. Ursache für diese Schleuderverletzung sind in der
Regel heftige Bewegungen zwischen Kopf und Rumpf durch ruckartige
Rumpfbeschleunigungen oder -abbremsungen. Im Straßenverkehr kommt es oft
durch Auffahrunfälle dazu. Symptome, die für ein Schleudertrauma sprechen:
Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Nackensteife, Schwindel, Erbrechen,
Sehstörungen, Schmerzen von Kopf und Hals.
Urteile:
HWS- Schleudertrauma - ca. 250 € bei einfachem HWS- Schleudertrauma mit
dadurch bedingter 8-tägiger Arbeitsunfähigkeit, Urteil des LG München I
- ca. 500 € für ein HWS- Schleudertrauma 1.Grades mit einer Minderung der
Erwerbsfähigkeit von 20 % für 4 Wochen, Urteil des LG München I
Erwerbstätigkeit um 10% - ca. 2500 € für ein HWS- Schleudertrauma 1. bis 2.
Grades und dauerhafter Minderung der Erwerbstätigkeit um 10%, Urteil des LG
München I
schweres HWS- Schleudertrauma ca. 5000 € für ein schweres HWS-
Schleudertrauma und teilweiser HWS- Instabilität, sowie dauerhafter Minderung der
Erwerbstätigkeit um 10%, Urteil des OLG München
Ein unfallbedingtes, unterdurchschnittliches HWS- Schleudertrauma mit zusätzlicher
leichter Brust- und Lendenwirbelsäulenprellung, bei dem für die Dauer von 12
Tagen eine hundertprozentige Arbeitsunfähigkeit bestand und sich der Verletzte drei
ärztlichen Behandlungen unterziehen musste, rechtfertigt ein Schmerzensgeld von
750 Euro. AG Dillingen vom 26.08.1999 2 C 486/99 DAR 2001,
368 Schmerzensgeld bei leichter HWS- Verletzung.
Die unfallbedingte vorübergehende Verschlimmerung von bereits beginnenden
degenerativen Veränderungen an der Halswirbelsäule mit nicht unerheblichen
Beschwerden und nachhaltigen Beeinträchtigungen über einen Zeitraum von
mindestens sechs Wochen rechtfertigt ein Schmerzensgeld von 400 EUR. Urteil des
AG Köln vom 05.05.2003 262 C 273/00 DAR 2003, 425
Halswirbelbruch
Halswirbelbruch nach unverschuldetem Verkehrsunfall Psychische Belastung wg.
Dauer-Risikos einer dramatischen Verschlechterung 50.000 Mark Schmerzensgeld
OLG Nürnberg vom 25.1.2000, Az. 3 U 3596/99
500 Euro HWS- Schleudertrauma, 2-6 Wochen krank Stauchungen von Gliedmaßen,
Schmerzen, 3 Wochen krank 1000 Euro Prellungen, Schädelprellung, 2 Wochen
krank Prellungen und HWS- Schleudertrauma, Unfallschock, 3 Wochen krank 2000
Euro
HWS- Schleudertrauma,
Schädelhirntrauma Armbruch, Prellungen 4 Wochen krank 4000 Euro
Stirnplatzwunde, Narbenbildung, Prellungen Schädelfraktur, Nasenfraktur,
Platzwunden, Prellungen, 9 Wochen Krankenhaus Wirbelsäule 175 € HWS-
Trauma
starke Schmerzen im Kopfbereich und in Gliedern, 10 Tage Beschwerden, keine
Arbeitsunfähigkeit AG Aachen 9 C 213/99, Wirbelsäule 200 € HWS
Eine Woche AU zwei Wochen anhaltende Schmerzen, 67jährige Klägerin LG
Aachen: 11 O 381/03, 12.01.2004
Krankschreibung über 2 Wochen: 250- 300 € *
Krankschreibung über einen Monat: 500 € bis 600 €
* längerer Zeitraum: bis zu 1000 € * LG Traunstein v. 20.10.2008:
Zur Kausalität eines Unfalls für ein HWS- Schleudertrauma und zu einzelnen
Schadenspositionen, die teil ersatzfähig, teils nicht ersatzfähig sind -
Schmerzensgeld 2.500,00 € Halswirbelschleudertrauma nach Verkehrsunfall: 500
Euro (OLG Koblenz, 5 U 149/92)
Schmerzensgeldhöhe bei leichtem Schleudertrauma Bei einem HWS-
Schleudertrauma mit leichter Brust- und Lendenwirbelsäulenprellung, das drei
ärztliche Behandlungen erfordert und zu einer 100-prozentigen Arbeitsunfähigkeit für
die Dauer von 12 Tagen führt, ist ein Schmerzensgeld in Höhe von 7500 Euro
angemessen. OLG Koblenz HWS-
Schleudertrauma mit neurologischem Folgeschaden durch Wurzelirritation bei C 6
und C 8. Minderung der Erwerbsfähigkeit um 10 %. Berücksichtigung der
besonderen seelischen Belastung wegen irrtümlich prognostizierter Gefahr von
Querschnittslähmung: 4.090 EUR/8.000 DM (LG München I, 14.12.1983 VersR
1985, 350).
HWS- Schleudertrauma, Schnittwunde, Sensibilitätsstörung Dauerhafte Folge:
Instabilität und schmerzhafte Bewegungseinschränkung der HWS, wiederkehrende
Kopfschmerzen, die in schwerste Nacken- und Hinterkopfschmerzen übergehen,
depressive Verstimmungen Minderung der Erwerbsfähigkeit um 30-40 % : 30.678
EUR (OLG Frankfurt am Main, 06.07.2001 - 2 U 86/98).
Schädelhirntrauma bei einem 8-jährigen Kind, teilweise linksseitige Lähmung,
Störung der Bewegungskoordination, linksseitige Sensibilitätsstörung,
Sprachstörung, dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen und an Rollstuhl gebunden.
Besonderheit: Berücksichtigung, vor dem Unfall gesund und deshalb der Verlust der
o. g. Fähigkeiten besonders schmerzvoll: 36.000 EUR (OLG Hamm, 24.01.2002 - 6
U 169/01, r+s 2002, 285).
Verkehrsunfall: Ein dreieinhalb Jahre altes Kind ist nach einem Autounfall ab dem
ersten Halswirbel gelähmt. Schmerzensgeld 500.000 Euro und monatliche Rente
500 Euro. Schmerzensgeld HWS ,
“Wer beim Wenden mit einem links überholenden Fahrzeug zusammenstößt, haftet
allein wegen seiner besonderen Sorgfaltspflicht. Daran ändert auch nichts, wenn die
Kollision mit einem Einsatzfahrzeug der Polizei erfolgt, das mit überhöhter
Geschwindigkeit fuhr. Kammergericht in Berlin.”
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